GeWinn-App

Die GeWinn-App als „Gesundheitsnavi“

Das Programm „Das tut mir gut! Gemeinsam aktiv und gesund älter werden“ wird begleitet von der GeWinn-App. Diese wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Schaal von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und einer ausgewählten Softwareentwicklungsfirma erstellt. Sie dient sozusagen als „Gesundheitsnavi“ und soll dabei helfen, sich zu informieren und in der Kommune zurechtzufinden. Die vier Funktionen der App ergaben sich auf Basis von Gesprächsrunden (Fokusgruppendiskussionen) mit Personen ab 60 Jahren, durchgeführt von Prof. Dr. Schaal:

Informieren: Weiterführende Informationen zu den Inhalten des Programms „Das tut mir gut! Gemeinsam aktiv und gesund älter werden“ werden bereitgestellt, z.B. kurze Entspannungsvideos.

Orientieren: Orte in der Kommune, die für Menschen ab 60 Jahren besonders interessant sind, werden von den Teilnehmer/-innen selbst geprüft, gekennzeichnet und beschrieben (Besonderheiten, Stärken, Schwächen).

Engagieren: Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in der Kommune (insbesondere im Bereich Ehrenamt) können gezielt recherchiert werden.

Vernetzen: Im Rahmen einer Suche-Biete-Funktion kann sich untereinander Hilfe angeboten und gezielt nach Hilfe gesucht werden (z.B. Mitfahrgelegenheit).

Die Bereiche der App werden während des Programms mit Beteiligung der Teilnehmer/-innen gefüllt und im Anschluss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Somit steht die App nach Projektende weiteren interessierten Personen und Kommunen zur Verfügung.

Zugang zur GeWinn-App:
App für Android Tablet/Smartphone: gewinn-gruppenprogramm.de/app
App für PC/Laptop: gewinn-gruppenprogramm.de

26 Gruppen wollen gemeinsam aktiv und gesund älter werden

Ende Februar/Anfang März 2017 ist das Programm „Das tut mir gut! Gemeinsam aktiv und gesund älter werden“ in den Landkreisen Ansbach, Coburg, Passau und Würzburg sowie der Stadt Magdeburg gestartet. Nach mehreren Informationsveranstaltungen und Presseaufrufen haben sich rund 300 Personen ab 60 Jahren für das Programm angemeldet. Insgesamt sind 26 Gruppen entstanden, die sich auf den Weg machen, gemeinsam aktiv und gesund älter zu werden.

Die Hochschule Coburg betreut 20 Gruppen in vier bayerischen Landkreisen mit insgesamt 235 Teilnehmer/-innen:

Landkreis Ansbach: 5 Gruppen
– Neuendettelsau, Rathaus
– Weidenbach 1, Mehrgenerationenhaus
– Weidenbach 2, Mehrgenerationenhaus
– Herrieden 1, Rathaus
– Herrieden 2, Katholisches Pfarrheim

Landkreis Coburg: 9 Gruppen
– Bad Rodach 1, AWO Bürgertreff
– Bad Rodach 2, AWO Bürgertreff
– Coburg 1, AWO-Seniorenbegegnungsstätte
– Coburg 2, AWO-Seniorenbegegnungsstätte
– Ebersdorf 1, AWO Bürgertreff
– Ebersdorf 2, AWO Bürgertreff
– Großheirath 1, Alter Kindergarten
– Großheirath 2, Alter Kindergarten
– Rödental, Seniorenwohnkonzept

Landkreis Passau: 4 Gruppen
– Ortenburg, Rathaus
– Vilshofen 1, Rathaus
– Vilshofen 2, Rathaus
– Salzweg, Rathaus

Landkreis Würzburg: 2 Gruppen
– Rottendorf, Haus der Begegnung
– Waldbrunn, Mehrgenerationenhaus

Die Hochschule Magdeburg-Stendal betreut 6 Gruppen im Raum Magdeburg mit insgesamt 55 Teilnehmer/-innen:

– Hochschule Magdeburg-Stendal, Gruppe 1
– Hochschule Magdeburg-Stendal, Gruppe 2
– ASZ Olvenstedt
– ASZ Cracau
– ASZ Kannenstieg
– AWO Nachbarschaftstreff Burg

Die Gruppen treffen sich jeweils 19 Mal für 1,5 bis 2 Stunden, um sich mit verschiedenen Themen rund um die eigene Gesundheit zu beschäftigen und persönliche Erfahrungen auszutauschen. Die ersten elf Treffen finden alle zwei Wochen und die weiteren acht Treffen alle vier Wochen statt. Dabei stehen diese Themen im Mittelpunkt:

Treffen 1: Kennenlernen
Die Teilnehmer/-innen machen sich mit dem Programm vertraut und lernen sich untereinander kennen.

Treffen 2: Entspannung
Die Teilnehmer/-innen tauschen sich über eigene Wohlfühlrituale und Entspannungsstrategien aus, lernen aber auch professionelle Entspannungsübungen, wie beispielsweise die Traumreise oder Progressive Muskelentspannung kennen. Dabei wird gemeinsam diskutiert, wo Informationen über Entspannungstechniken zu finden sind und welche Informationen zuverlässig sind.

Treffen 3: Positive Haltung
Die Teilnehmer/-innen besinnen sich auf ihre persönliche Stärken und Stützen im Leben und lernen Strategien kennen, um Tiefs zu überwinden und die eigene Stimmung positiv zu beeinflussen. Dabei steht auch im Mittelpunkt, Pläne zu schmieden und diese zu realisieren.

Treffen 4: Mitwirken
Die Teilnehmer/-innen diskutieren über Möglichkeiten des Mitwirkens in der Kommune, insbesondere über ehrenamtliches Engagement. Weiterhin begeben sich die Teilnehmer/-innen auf einen virtuellen Stadtrundgang, in dem sie Orte ihrer Gemeinde zusammentragen, die interessant, wichtig oder nützlich für sie sind. Dies können Ruheorte, kulinarische Köstlichkeiten, soziale Begegnungen, Einkaufsmöglichkeiten und vieles mehr sein. Die Ergebnisse münden in die GeWinn-App und stehen im Anschluss der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Treffen 5: Digitale Medien
Die Teilnehmer/-innen machen sich mit mobilen Medien, insbesondere dem Tablet und Smartphone vertraut. Dabei geht es vor allem darum, einfache Funktionen kennenzulernen und sich im Internet zu bewegen, welches eine Vielzahl an Informationen bereitstellt und auch eine Möglichkeit zur Vernetzung untereinander darstellt. Die Teilnehmer/-innen lernen zudem die GeWinn-App kennen und probieren diese aus.

Treffen 6: Zwischenbilanz
Die Teilnehmer/-innen blicken auf die bisherigen Treffen zurück und diskutieren gemeinsam über erste Erfolge bzw. Veränderungen im Alltag. Wie haben uns die letzten Treffen gefallen? Was haben wir mitgenommen? Was konnten wir schon umsetzen?

Treffen 7: Bewegung
Die Teilnehmer/-innen beschäftigen sich mit der gesundheitsförderlichen Wirkung von Bewegung und lernen Bewegungsempfehlungen kennen. Außerdem werden Möglichkeiten gesammelt, in der Kommune körperlich aktiv zu werden. Im Rahmen der Übung „Mein aktiver Tag“ reflektiert jeder für sich, wie sein Tag für gewöhnlich abläuft und wie er idealerweise sein sollte. Im nächsten Schritt werden konkrete Bewegungsvorsätze festgehalten.

Treffen 8: Sich schlau machen
Die Teilnehmer/-innen richten den Blick auf den Umgang mit chronischen Erkrankungen: Wie bzw. wo finde ich Informationen zu meiner Erkrankung? Und wie kann ich beurteilen, ob diese vertrauenswürdig sind? Gemeinsam werden die Ergebnisse festgehalten und die Suche sowie das kritische Beurteilen von Informationen im Internet ausprobiert.

Treffen 9: Ernährung
Die Teilnehmer/-innen beschäftigen sich mit ausgewogener Ernährung und lernen die Ernährungsempfehlungen von Fachgesellschaften kennen. In einer Übung kreieren sie für „Frau Schnitzer“ eine ausgewogene Mahlzeit und nehmen sich selbst konkrete Vorsätze vor, um die eigene Ernährung ausgewogen zu gestalten: Was nehme ich mir wann vor und wer könnte mich dabei unterstützen?

Treffen 10: Aktion „Ernährung“
Eine gesunde Zwischenmahlzeit, die sich die Gruppe in Treffen 9 eigenständig aussucht, wird gemeinsam zubereitet.

Treffen 11: Selbsthilfe organisieren
Die Teilnehmer/-innen reflektieren Herausforderungen des Alltags und wie sie diese erfolgreich meistern. Sie werden dazu befähigt, Hilfe anzunehmen und eigenständig zu organisieren. Gemeinsam soll eine Nachbarschaftshilfe vor Ort initiiert werden.

Die weiteren acht Treffen dienen zur Vertiefung der oben genannten Themen. Dabei steht die praktische Umsetzung im Vordergrund.

36 aktive Bürger/-innen ab 60 Jahren werden Gruppenleiter/-innen

Im Januar und Februar 2017 haben sich insgesamt 36 freiwillige Bürger/-innen ab 60 Jahren zu Gruppenleiter/-innen für das Programm „Das tut mir gut! Gemeinsam aktiv und gesund älter werden“ ausbilden lassen. In jedem der beteiligten Landkreise (Ansbach, Coburg, Passau, Würzburg) sowie in Magdeburg wurde eine Gruppenleiterschulung durchgeführt. Dabei lernten die angehenden Gruppenleiter/-innen das Modulhandbuch kennen, das die forschenden Hochschulen Coburg und Magdeburg-Stendal entwickelt haben. Es soll die Gruppenleiter/-innen durch das Programm begleiten und zeigt, wie die einzelnen Treffen (insgesamt 19) aufgebaut sind. In der Schulung setzten sich die angehenden Gruppenleiter/-innen mit ihrer Rolle auseinander und simulierten Programmsequenzen bzw. Übungen.

Die Gruppenleiter/-innen sollen keine Experten/-innen sein, die den Teilnehmer/-innen spezifisches Wissen vermitteln, sondern sind für die Organisation und Moderation der Gruppentreffen zuständig. Eine Gruppe wird in der Regel von zwei Gruppenleiter/-innen angeleitet. Ein wichtiger Aspekt kennzeichnet das Programm: Der Erfahrungsaustausch in der Gruppe. So besteht die Möglichkeit, voneinander zu lernen, aber auch gemeinsam Neues auszuprobieren. Themen wie Entspannung, Ernährung oder Bewegung stehen im Mittelpunkt. Zudem wirken die Teilnehmer/-innen aktiv in der Kommune mit und knüpfen so neue Kontakte.

Die Gruppenleiter/-innen werden während des Programms eng vom Projektteam der Hochschule betreut. Neben telefonischen Coachings finden im Verlauf des Programms weitere Nachschulungen statt, die auch dazu dienen, Erfahrungen untereinander auszutauschen.